City Guide

 

Mit unserem CITY GUIDE (pdf) können Sie Neuss entdecken: Einfach herunterladen und als Broschüre ausdrucken.

Hier ist eine Anleitung für den Druck.

 

Die Strecke ist ca. 2,5 km lang. Je nach Laune und Verweildauer benötigt man für die nachfolgende Tour 1,5 bis 3 Stunden.

1. Obertor

Einziges noch erhaltenes Stadttor. Anfang des 13. Jh. Baubeginn, zeigte schon damals den Reichtum und die starke Befestigung der Stadt. 23m hoher Mittelteil aus Tuffstein mit Walmdach und zwei seitlich an den Turmecken eingebundenen Rundtürmen aus wechselnden Lagen Tuff und Basalt mit Kegeldach. Im Mittelalter empfingen an dieser Stelle die Ratsherren und Honoratioren den Erzbischof, wenn er „seine“ Stadt besuchte.

 

 

 

 

 

2. Windmühlenturm

Er diente im Mittelalter mehreren Funktionen: in der unteren Etage, wo die Mauern 2 m stark sind, war der Eiskeller untergebracht. Darüber war eine Wachstube für Soldaten, darüber das Gefängnis und ganz oben die Mechanik für die Windmühle. Sie ist auf dem Plan von Braun und Hogenberg, zwei Kartographen aus dem Mittelalter, bereits so eingezeichnet. Mathias Weber, an der Wende vom 18. zum 19. Jh, war berühmtester Insasse. Er nutzte die Windmühlenflügel, um aus dem Gefängnis zu flüchten. Wurde später wieder eingefangen und enthauptet. Sein Kopf wurde gestohlen und tauchte nie wieder auf.

 

 

 

3. Blutturm

Stadttürme, so wie jener mit dem schauerlichen Namen, wurden im Mittelalter auch oft als Gefängnis genutzt (siehe Windmühlenturm). Der Blutturm war sogar Folterkammer für Hester Meurer, geb. Jonas. Wie aus den Prozessakten im Stadtarchiv hervorgeht, wurde sie beschuldigt, Schadenszauber an Mensch und Tier begangen zu haben und mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Am Heiligen Abend 1635 wurde sie an der Windmühle mit einem Schwert, das immer noch im Kölner Stadtmuseum aufbewahrt wird, enthauptet und anschließend verbrannt. Die Kosten für die Exekution hatte ihr Ehemann zu tragen.

 

 

 

4. Fachwerkhaus „Früh“

Das Haus wurde lt. Mauerankern unter dem Giebel 1712 errichtet. Es zählt zu den größten am Niederrhein erhaltenen Fachwerkhäusern überhaupt. Vier Geschosse hoch, endet es in einem hohen, geschweiften, in Stufen endenden Knickgiebel. 1958 / 59 unter Beibehaltung einiger historischer Merkmale grundlegend restauriert. Viele Jahre diente es als Geschäftshaus für eine Bücherei, danach wurde erfolgreich Kölsch ausgeschenkt. Die weitere Verwendung steht derzeit offen.

 

 

 

 

5. Haus „Auf Gullig“

Das Haus links daneben ist aus dem Jahre 1609. Unter dem Fenstersims in der ersten Etage ist folgender Spruch eingemeißelt: Dies Haus steht in Gottes Hand, auf Gullig bin ich genannt. Bis 1928 des vergangenen Jahrhunderts lief der gesamte Verkehr aus Richtung Aachen durch die Michaelstr,. dann durch die Klarissenstr., weiter über die Oberstr., über den Markt nach Düsseldorf. „Auf Gullig“ heißt übersetzt: „auf Jülich“.

 

 

 

 

 

6. Gaststätte „Im Dom“

Ältestes Gasthaus in Neuss. Bereits 1601 entstand es an dieser Stelle und ist auch heute noch ein Gastronomiebetrieb. Nur sehr wenige Bauteile sind noch aus dieser Zeit erhalten geblieben, überwiegend sind sie aus dem 18. Jahrhundert. Rustikale Gaststube, blanke Tische und eine bodenständige Küche, dazu ein im Hause gebrautes Altbier, laden Kenner zum Verweilen ein. Die Außenfassade ist neueren Datums (1935), als das Nachbarhaus mit in das ältere Haus integriert wurde.

 

 

 

 

 

7. Ältestes Wohnhaus in Neuss

Auf einem Balken an der Hausfront kann man das Jahr 1571 ablesen. Durch eine dendrochronologische Untersuchung an der Universität Köln wurde das Entstehungsdatum bestätigt. Das ganze Haus wurde im alten Stile wieder aufgebaut, da es durch jahrelangen Leerstand dem Verfall preisgegeben war. Ein Neusser Architekt nahm sich der Bausubstanz an, das Endprodukt kann sich sehen lassen.

 

 

 

 

 

 

8. Klarissen-Kloster-Keller

Bereits 1284 kamen die Klarissinnen nach Neuss, das errichtete Kloster nahm die ganze Front der Straße ein. Das ehemalige Refektorium wurde vor einigen Jahren mit viel Aufwand restauriert und kann für Feiern gemietet werden. Der Klosterkeller wurde mit einer Lichtanlage ausgestattet, die über Regler unterschiedliche Farbverläufe produzieren kann. So lassen sich fantastische Lichtstimmungen erzeugen, die im Wechselspiel der Farben das Gewölbe atemberaubend erleuchten.

 

9. Marktbrunnen

In der Mittelachse des Rathauses steht, von der Sparkasse Neuss zu ihrem 150jährigen Bestehen gestiftet, der Marktbrunnen. Acht Bronzetafeln zeigen die Geschichte der Stadt seit ihrer Entstehung als römische Garnison 16 v. Chr. über das Mittelalter bis in die Neuzeit. Auf der Spitze steht Hermann von Hessen, der 1474 die Verteidigung der Stadt organisierte und später Erzbischof in Köln wurde. Als kleine Figur auf einer Tafel ist Kaiser Friedrich III. dargestellt, der erst nach langem Zögern die Stadt in letzter Minute aus der Umklammerung Karls des Kühnen erlöste.

 

10. Wappen

Nachdem es den Neussern gelungen war, über fast ein Jahr der Belagerung Karls des Kühnen und seines Heeres unter Aufbietung aller Kräfte standzuhalten, verlieh Kaiser Friedrich III. der Stadt neben anderen Privilegien ein Wappen, das man an vielen Gebäuden und an fast jedem Auto findet. Das prächtigste sieht man am Rathaus. Es ist zweigeteilt, hat auf der einen Seite ein weißes Kreuz auf rotem Grund, auf der anderen Hälfte einen goldenen Adler mit ausgebreiteten Schwingen und herausgestreckten Zungen. Löwen dienen als Schildhalter, gekrönt wird es durch die Kaiserkrone. Übrigens dürfen nur zwei Städte in Europa eine Kaiserkrone auf ihrem Wappen führen, nämlich Neuss und Amsterdam.

 

11. Zeughaus

Das Gebäude ist ein einschiffiger Backsteinbau, der nach der Vollendung des Bauwerks ab 1639 als Kirche den Franziskaner-Observanten diente. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es unterschiedlich genutzt, diente ab 1826 als Militär-Zeughaus – daher der Name – und war Städtisches Gymnasium, danach Quartier des Städtebundtheaters und ist nach einer grundlegenden Renovierung jetzt die „Gute Stube“ der Stadt Neuss, als Konzertsaal und für festliche Feiern.

 

12. Quirinus-Basilika

Grundsteinlegung 1209, am Übergang von der Romanik zur beginnenden Gotik, vereint dieser Kirchenbau in wunderbarer Weise beide Formen in sich. Sein in die Höhe strebender Bau lässt durch die Fenster viel Licht in den Raum fließen. Die Emporen über den Seitenschiffen dienten im Mittelalter Pilgern als Übernachtungsmöglichkeiten. Mit der Verehrung des Hl. Quirinus, dessen Reliquien in einem einzigartigen Prachtschrein aufbewahrt werden, nahm das Pilgerwesen einen enormen Aufschwung. Die 3,60 m hohe Figur steht seit mehr als 260 Jahren auf der barocken Kuppel und schaut wohlwollend und beschützend auf die Stadt.

 

13. Quirinus-Schrein

Der Schrein, 1900 von dem Goldschmied Bernhard Witte aus Aachen gefertigt, beherbergt seit dieser Zeit die Reliquien des Hl. Quirinus. Rund 600 Edelsteine, 14.000 Einzelteile wurden verarbeitet. 12 ortsbezogene Heilige, an den Stirnseiten Christus und Maria, an der Rückseite Sebastianus und an der Vorderseite Quirinus zeigen die hohe Kunst des Goldschmiedes. Nach einem Gelübde wird der Schrein einmal im Jahr auf den Schultern von Schützen um die Kirche getragen, alle 50 Jahre mit einer Prozession durch die Stadt. Der Faszination dieses Schreins kann man sich kaum entziehen.

 

14. Vogthaus

1597 erbaut als ehemaliger kurfürstlicher Salhof, diente das Gebäude viele Jahrhunderte als Sitz des Verwalters des Erzbischofes. Der 21m hohe Backsteinbau bildet mit seinen unterschiedlich hohen Geschossen einen sehr harmonischen Aufbau. Über der Mitteltür ein Bild der heiligen drei Könige (Original im Innern), das auch dem Haus seinen Namen gab. Bis 1988 Verwaltungsgebäude einer Bank, seit dieser Zeit nach stilvollem Umbau Gastronomiebetrieb mit dem für den Niederrhein typischem Altbierausschank.

 

15. Schützenglockenspiel

Im Vogthaus ist ein Glockenspiel untergebracht, das dreimal täglich zu sehen ist. Aus einem Portal tritt der König, begleitet von seinen Pagen, den Edelknaben, hervor und nimmt die Huldigungen aller Schützengattungen des Regimentes entgegen. 27 Schützen, 2 Pferde und eine Kanone ziehen an ihm vorüber. Die Figuren sind aus Lindenholz geschnitzt und rund 110 cm groß. Dem Künstler Hans Hasso von Korn-Hohenhaus gelang es, einzelne Schützen wirklichkeitsgetreu zu portraitieren. Jeder Umzug zieht immer viele neugierige Blicke auf sich.

 

16. Schützenfest

Das größte gesellschaftliche Ereignis ist ohne Zweifel das Neusser Schützenfest. Knapp 7.000 Schützen und Musiker marschierten 2011 durch die Stadt und verwandelten die Straßen in fahnen- und wimpelgeschmückte Wege. Musik erklingt aus Gaststätten, Gärten und Plätzen. Schmucke Uniformen sieht man allenthalben und König in Neuss zu sein, ist ein Traum. Nachwuchssorgen kennt man nicht, Tradition wird – auch bei der jungen Generation – großgeschrieben und „dr Maat erop“ zu marschieren, lässt das Herz höher schlagen.

 

17. Zvm schvatten Rosz

Seit 1603 befindet sich an der alten Römerstraße die Traditionsgaststätte „Zum schwatte Päd". Ursprünglich war es das Haus eines wohlhabenden Neusser Bürgers und wurde erst später in eine Gaststätte umgewandelt. Sehenswert ist die Hausfassade des mehrstöckigen Baus, die Innenräume wurden liebevoll im alten Stil restauriert und reichen vom Kellergewölbe bis zum Dach. Treffpunkt für Jung und Alt, an „Feiertagen“ wie Schützenfest oder Karneval herrscht drangvolle Enge, liebevoll Atmosphäre genannt.


 

 

18. Rosengarten

Rückweg: vom Schwatte Päd den Büchel aufwärts bis Obertor und dann zum Rosengarten bzw. Parkplatz

oder durch die Sebastianusstr. bis zum Hamtor, dort über den Wierstaetweg bis zum Rosengarten / Parkplatz

 

Verkehrsverein im Hanse-Letter

Die Hansegesellschaft Neuss berichtet in ihrem Hanseletter über den Verkehrsverein.> mehr

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